Energiegründer

Die energetische und stoffliche Veredelung von Biomassereststoffen

Projektphase: Erfolgsphase

Pyreg

Ideenphase
Konzeptionsphase
Finanzierungsphase
Umsetzungsphase
Erfolgsphase
Erfolgsphase

Über das Projekt:

Wie aus Biomassereststoffen hochwertige Wertstoffe entstehen

Momentan wird nur eine bestimmte Anzahl an Biomassereststoffen dazu genutzt, um daraus mittels Holzpellets oder durch Vergärung in einer Biogasanlage Energie zu erzeugen. Abfallstoffe wie Klärschlämme, Papierschlämme oder Biomasseabfälle werden dagegen weniger effizient recycelt. Diesem Problem widmet sich Pyreg und stellt Anlagen her, die diese Reststoffe energetisch hocheffizient verarbeiten und stofflich recyceln können.

Ein Beispiel: Holzhackschnitzelwerke stellen Hackschnitzel her, wobei Reststoffe wie Rindenstücke oder Nadeln ungenutzt bleiben. Die Anlagen von Pyreg bereiten diese Reststoffe auf, indem sie aus ihnen echte Holzkohle herstellen. Da die genutzten Reaktionen exotherm ablaufen, muss lediglich zu Beginn des Prozesses Energie hinzugefügt werden. Die danach entstehende Wärme kann weiter genutzt und die Holzkohle verkauft werden. Und Entsorgungskosten für die Reststoffe entfallen.

Unsere Anlagen bieten unseren Kunden mehrere Optionen: Erstens entfallen Entsorgungsgebühren, da die Reststoffe wiederverwertet werden. Zweitens entsteht während des Prozesses Wärmeenergie, die genutzt werden kann und drittens sind die Substrate, wie Holzkohle, Pflanzenkohle, Aktivkohle oder Phosphor-Dünger, die die Anlage verlassen, wiederverwertbar.

- Helmut Gerber

Vom Forscher zum Unternehmer – Wie aus einem Forschungsprojekt ein wirtschaftsfähiges Unternehmen entstand

Nach dem Maschinenbaustudium arbeitete Helmut Gerber als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Fachhochschule Bingen. Das damalige Kooperationsforschungsprojekt mit der Universität Kaiserslautern untersuchte und optimierte einen Holzvergaser. Gerber arbeitete an dem Motor des Vergasers, die Kollegen aus Kaiserslautern am Vergaser. Durch den regelmäßigen Austausch mit seinen Kollegen lernte der Ingenieur viel über den Vergaser und dessen Technologie.

Gemeinsam mit seinem damaligen Chef, Prof. Dr. Winfried Sehn, untersuchte er in weiteren Forschungsprojekten die Verbrennung von Biomasse. Die Anlage, die für die Forschungszwecke genutzt wurde, stand auf dem Gelände einer Holzspanfirma in Germersheim. Während den Forschungsarbeiten kam man von dort auf die beiden Wissenschaftler zu und fragte, ob sie sich mit der Verwertung der Biomasse-Reststoffe auseinandersetzen könnten. Die ineffiziente Nutzung dieser Reststoffe war ein echtes Problem, das den wissenschaftlichen Ehrgeiz von Gerber und Sehn weckte.

Die Annäherung an die besonderen Eigenschaften von Biomasse-Reststoffen erfolgte schrittweise. So ist beispielsweise der Aschegehalt dieser Reststoffe viel höher als bei gewöhnlicher Biomasse wie Holz. Dies stellte die beiden vor das erste Problem: Die Ascheerweichungstemperatur lag nicht bei 1200°C, sondern bei 800°C. Dies bedeutete, dass sie die Technologie ihrer Anlagen neu anpassen mussten. Das zweite Problem, vor das sie gestellt wurden, war der höhere Stickstoffgehalt der Reststoffe. Auch hierfür mussten sie eine Lösung finden.

Nach mehreren Forschungsprojekten konnten sie 2004 den ersten Entwurf eines Prototypen entwickeln. Dies war keine klassische Verbrennungsanlage, sondern eine Anlage, die die Reststoffe verkohlte. Diesen Entwurf reichten die beiden bei einer Ausschreibung der Fachagentur für nachwachsende Rohstoffe ein und erlangten damit auch die Förderung. Mit dieser Unterstützung wagten sie es auch, ihre Maschine für die Verarbeitung von Klärschlamm anzupassen. Das weckte das Interesse kommunaler und privater Abwasserreinigungsbetriebe.

Schließlich kam noch etwas Glück hinzu: Die Anlage wurde in einer BBC-Dokumentation vorgestellt – das brachte Helmut Gerber die Aufmerksamkeit und Unterstützung, die er brauchte, um den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. Er knüpfte Kontakte zu privaten Investoren und schaffte es mit dieser Unterstützung, Pyreg zu gründen.

Ich wollte eine technologische Lösung für das Problem der ineffizienter Ressourcenverschwendung finden. Der wissenschaftliche Ehrgeiz, dieses Ziel zu erreichen, spornte mich dabei ziemlich an.

- Helmut Gerber

Starkes Wachstum

Aktuell arbeiten ungefähr 35 Mitarbeiter bei Pyreg, wovon ein Großteil als Schlosser und Ingenieur direkt an den Anlagen arbeitet. Bisher verdoppelte sich die Mitarbeiterzahl jährlich, womit Helmut Gerber auch für die kommenden Jahre rechnet. Das liegt unter anderem daran, dass er auch die zukünftigen Umsatzentwicklungen positiv einschätzt.
Langfristig soll sich Pyreg weiter etablieren und seinen Kundenstamm auch international erweitern. Bereits heute treffen Anfragen aus USA, Schweden, Taiwan oder Australien in der GmbH in Dörth ein.

Unsere große Vision ist es, Weltmarktführer auf dem Gebiet der Veredelung von Biomasse-Reststoffen zu werden.

- Helmut Gerber

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