Energiegründer

RevolutionäreKühlschränke

Projektphase: Konzeptionsphase

Coolar

Ideenphase
Konzeptionsphase
Finanzierungsphase
Umsetzungsphase
Erfolgsphase
Konzeptionsphase

Über das Projekt:

Der Kühlschrank, der mit Wärme kühlt

Die Idee, die das Berliner Startup Coolar verfolgt, ist im Grunde einfach: Ein Kühlschrank, der mit Wärme kühlt. Für Campinganwendungen gibt es so etwas schon – allerdings braucht es dafür hohe Temperaturen, die in der Regel durch die Verbrennung von Gas erzeugt werden.
Zur Nutzung niedrigerer Temperaturen, wie sie z.B. bei Abwärme von Industrieanlangen vorkommen, gibt es sog. Adsorptionskältemaschinen im großtechnischen Maßstab auch schon seit langem. Die üblichen Kompressionskältemaschinen, die z.B. in heutigen Kühlschränken genutzt werden benutzen spezielle (klimaschädliche) Kältemittel, die elektrisch von einem Kondensator zum einem Verdampfer gepumpt werden, in dem die Nutzkälte erzeugt wird. Bei Adsorptionskältemaschinen kommt beispielsweise Wasser als Kältemittel zum Einsatz und Wärme wird genutzt, um es aus einem Adsorbermaterial (z.B. Silicagel) auszutreiben und so durch Kondensator und Verdampfer zu pumpen. Coolar hat diese Technologie jetzt auch für Haushaltsgeräte verfügbar gemacht und ermöglicht es, Kühlschränke mit ca. 60oC heißem Wasser anzutreiben.

In unseren Breiten könnten z.B. Solarthermieanlagen genutzt werden, um Haushaltskühlschränke anzutreiben. Energie, die normalerweise ungenutzt bliebe, wird so nutzbar gemacht. Als ersten Anwendungsfall für seine Kühlschränke sieht Coolar aber Regionen, in denen die Strominfrastruktur unzureichend ausgebaut ist, dafür aber viel die Sonne scheint. Coolar liefert in diesem Fall den Kühlschrank mit passenden Sonnenkollektoren. Auf diese Weise wird es möglich, in entlegenen Regionen oder nach (Natur-)Katastrophen Impfstoffe, andere Medikamente oder Nahrungsmittel zu kühlen.

Der Kühlschrank funktioniert autark. Man kann ihn theoretisch in der Wüste aufstellen und er würde funktionieren.

- Christoph Göller

Von Industrieanlagen zur Haushaltsanwendung

Julia Römer ist die Initiatorin von Coolar. Als begeisterte und überzeugte Jugendorganisatorin im BUND und als aktives Mitglied der Umweltszene steht der Kampf gegen den Klimawandel im Mittelpunkt ihres Lebens. Sie interessiert sich bereits seit langem für den Einsatz erneuerbarer Energien und den damit verbundenen Technologien und belegte während ihres Wirtschaftsingenieurstudiums entsprechende Module. Die Idee, mit Hilfe von Wärmeenergie zu kühlen, weckte besonderes Interesse in ihr.

So schrieb sie ihre Bachelorarbeit in Zusammenarbeit mit einem Unternehmen, das entsprechende Technologien bereits für Industrieanwendungen nutzte. Sie fragte sich, ob man das Prinzip von Adsorptionskältemaschinen nicht auch in kleinerem Maßstab, also z.B. bei Haushaltskühlschränken, sinnvoll nutzen kann. Nachdem sie ihr Bachelorstudium erfolgreich abgeschlossen hatte, nahm sie an einer Summerschool teil, die von der europaweiten Klimainnovationsinitiative Climate-KIC ausgerichtet wurde. Sie goss ihre Idee in einen Businessplan, um ihre Realisierbarkeit zu überprüfen und merkte, dass viel Potential darin steckte. Entsprechend richtete sie ihr Masterstudium aus und widmete sich auch in ihrer Masterarbeit dem Thema „wärmebetriebener Kühlschrank“.

Die Ergebnisse ihrer Masterarbeit waren vielversprechend. Gemeinsam mit Arno Zimmermann, einem Kommilitonen, wagte sie deshalb den Schritt in die Selbstständigkeit und begann ihr Projekt zu realisieren. Wenig später wuchs das zweiköpfige Team und nahm Christoph Göller auf. Auch er hatte seine Bachelorarbeit in Taipeh im Rahmen einer Industriekooperation absolviert. Nachdem es ihn nach Berlin verschlagen hatte, lernte er das Projekt Coolar kennen und war von Anfang an begeisterter Teil des Startups.

Zurzeit arbeitet Coolar mit Kooperationspartnern auf der ganzen Welt zusammen. Zu den Partnern gehören beispielsweise die Ärzte ohne Grenzen, die ihnen in Asien, Lateinamerika oder Afrika unterstützend zur Seite stehen.

Die Idee mit Hilfe von Wärmeenergie kühlen zu können, fand ich sehr spannend. Ich hatte bereits lange darüber nachgedacht, auf welche Weise man diese Technologie nicht nur für großtechnische Industrieanlagen, sondern auch für kleinere Anlagen oder Geräte zum Beispiel im Haushalt nutzen könnte.

- Christoph Göller

Autark in die Zukunft

Der soziale Aspekt der Idee steht für Coolar im Mittelpunkt. Anderen Menschen in Notsituationen zu helfen, ist für Coolar von zentraler Bedeutung. Das Kühlsystem soll für Menschen zugänglich gemacht werden, die fern ab von Infrastruktur leben.
Daneben nimmt die Technologie an sich eine wichtige Rolle ein. Julia Römer ist davon überzeugt, dass Coolar durch die neuartige Lösung auch andere Produkte entwickeln kann, sie ist offen für neue Anwendungsfelder. Für die nächste Zukunft steht jedoch erst die ausführliche Prüfung der Kühlschränke an. Sobald diese unter realen Einsatzbedingungen ausreichend getestet wurden, können sie in Serie produziert werden.
Bereits jetzt ist das Team von Coolar motiviert zu wachsen und Kühlschränke mit dem neuen Kühlsystem weltweit zu liefern.

Unser Ziel ist, die Technologie dahin zu bringen, wo die Probleme sind. Der soziale Aspekt steht bei uns klar im Vordergrund.

- Christoph Göller

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